Windkraft: In Paderborn startet das erste große Repoweringprojekt in NRW


Die Landesregierung hat sich ehrgeizige Ziele beim Ausbau der Windenergie gesetzt: Der Anteil der Windenergie an der Stromversorgung soll von heute 3 Prozent bis 2020 auf mindestens 15 Prozent steigen. Zentraler Bestandteil der Strategie ist das so genannte Repowering, der Austausch von alten Anlagen durch neue und höhere. „Der Windenergieerlass der Landesregierung ermöglicht den Bau höherer und leistungsfähigerer Anlagen. Durch Repowering können wir unsere Ziele erreichen und den Zubau neuer Anlagen begrenzen. Dies ist durch Gutachten belegt. Unser vorrangiges Ziel ist es, die bestehenden Alt-Anlagen durch neue zu ersetzen. Allein durch diesen Austausch  können wir unsere Ausbauziele für NRW erreichen“, sagte Klimaschutzminister Johannes Remmel heute (12. September) in Paderborn. Dort machte Minister Remmel Zwischenstation auf seiner Klimaschutztour  und informierte sich über das Repoweringprojekt Neuenbeken.

Auf der Windenergie-Vorrangfläche standen ursprünglich 17 Anlagen mit 500 oder 600 kW Leistung. Im Frühjahr 2007 wurde erstmals eines dieser Windkrafträder abgebaut und durch einen Nachfolger ersetzt, der im Vergleich den vierfachen Stromertrag bringt. „Paderborn-Neuenbeken gilt  als Vorzeigeprojekt, denn hier startete das erste große Repowering-Projekt in Nordrhein-Westfalen“, sagte Remmel. Bis heute wurden in der Vorrangzone acht alte Anlagen abgebaut und durch sieben hocheffiziente Windräder ersetzt. Eines ist derzeit noch im Bau. Vier weitere Anlagen mit jeweils 2,3 Megawatt Leistung werden im kommenden Frühjahr errichtet. Der neue Windenergieerlass der Landesregierung ermöglicht Repowering unter anderem dadurch, dass die pauschale Höhenbeschränkungen und andere Investitionshemmnisse gestrichen wurden. Eine Anlage von 150 Meter Höhe liefert heute drei- bis fünfmal so viel Strom wie eine 100 Meter-Anlage.

Klimaschutzminister Remmel lobte das Engagement vor Ort: „Die Bürgerinnen und Bürger treiben das Repowering hier weiter voran. Dieses bürgerschaftliche Engagement ist entscheidend für die Beschleunigung der Energiewende. NRW startet gerade die Aufholjagd bei der Windenergie, der Windenergieerlass setzt dafür die Rahmenbedingungen. Umgesetzt wird die Energieversorgung der Zukunft aber vor Ort. Neuenbeken ist da ein Vorbild für Nordrhein-Westfalen.“ Um die Energiewende zu beschleunigen, müssen Bürgerinnen und Bürger an einem Strang ziehen. In der Stadt Paderborn gibt es drei Vorrangzonen für Windenergie. Im Jahr 2010 sind alle drei um etwa ein Drittel der Fläche erweitert worden. Das ermöglicht den Bau von zusätzlichen Anlagen. „Die Menschen  in Paderborn sind engagierte Kleinunternehmer und beschleunigen so die Energiewende“, so Remmel.

Die Effizienzsteigerung, die in Neuenbeken erreicht wurde, kann auch in Nordrhein-Westfalen erzielt werden. „Langfristig kann der Windstromertrag in NRW durch konsequentes Repowering mehr als vervierfacht werden – bei gleichzeitiger Halbierung der bisherigen Anlagenzahl“, konstatierte Stephanus Lintker vom Netzwerk Windkraft der EnergieAgentur.NRW, die die Klimaschutztour des Ministers organisiert. Dazu gibt es weitere Vorteile: Moderne Windkrafträder bieten eine wesentlich höhere technische Zuverlässigkeit. Zudem dreht sich der Rotor langsamer und leiser. Das reduziert die Störgeräusche im Umfeld erheblich.

Minister Remmel: „Wir setzen beim Thema Windenergie auf Beratung, Dialog und Bürgerbeteiligung. Das Land will die Kommunen, Bürgerinnen und Bürger sowie Investoren beim Ausbau der Erneuerbaren Energien unterstützen“. Mit dem EnergieDialog.NRW wurde eine Plattform für Information, Beratung bis hin zu Mediation in allen Fragen der Erneuerbaren Energien eingerichtet. Sie ist angesiedelt bei der EnergieAgentur.NRW und dient als Anlaufstelle für Kommunen, Bürgerund Anlagenbetreiber.

Das Repoweringprojekt Neuenbeken ist die achte Station der „Klimaschutztour 2011“ von Minister Remmel. Ziel der Besuchsreihe durch Nordrhein-Westfalen ist es, das Augenmerk der Öffentlichkeit auf wichtige Zukunftstechnologien, Wachstumsmärkte und innovative Firmen im Bereich der Wirtschaft zu lenken, zudem aber auch wichtige Projekte des Klimaschutzes und der Klimaanpassung zu präsentieren. Durch diese Tour soll deutlich gemacht werden, dass Ökologie und Ökonomie keine Gegensätze sind, sondern Gemeinsamkeiten. Den Auftakt machte am 13. Juli die Firma Gräbener Maschinentechnik in Netphen, ein Zulieferer von Fertigungstechnologien für Brennstoffzellentechnologie und Windkraftanlagen.

Informationen zu den bisherigen Stationen der Tour finden sich unter: www.energieagentur.nrw.de

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