„Wer sich im Dialog befindet, der vermeidet den Konflikt“

15. August 2013 | Kira Crome

Der EnergieDialog.NRW berät Kommunen und Bürger bei der Kommunikation komplexer Planungsprozesse zum Bau von Windkraftanlagen. Erste Empfehlung ist eine frühe Einbindung aller Interessensgruppen vor Ort in einen offenen, konstruktiven Dialog. Derzeit ist eine Info-Grafik in Arbeit, die eine Übersicht über das komplexe Planungsverfahren bieten wird.

Für viele Kommunen ist Windkraft kein einfaches Thema. In dicht besiedelten Ballungsräumen ist es schwer, geeignete Flächen zu finden. In den ländlichen Räumen müssen Natur- und Artenschutz berücksichtigt werden. Viele Bürger äußern Bedenken, wenn es um das Aufstellen von Windrädern in ihrer direkten Nachbarschaft geht. Um die Energiewende vor Ort weiter zu treiben, sind deshalb vor allem Gesprächsbereitschaft und Informationsvermittlung erforderlich. Häufig kommt es bei der Umsetzung von Projekten zur Nutzung erneuerbarer Energien zu Interessenkollisionen. Das rechtzeitige Vermitteln von rechtlichen und planerischen Rahmenbedingungen hilft, Transparenz zu schaffen. „Es ist hilfreich, wenn Kommunen proaktiv auf ihre Bürger zugehen und mit ihnen ins Gespräch kommen“, ist Heinz-Jürgen Schütz, Mitglied des EnergieDialog.NRW-Teams überzeugt. „Durch einen frühzeitigen Austausch lassen sich Vorbehalte und Ängste abbauen.“

Das Konzept ist einfach: Wer bereit ist, in den Dialog zu treten, kann auch in einem schwierigen Umfeld gute, konsensfähige Lösungen erzielen. Für ein frühes Dialogverfahren spricht der Gedanke, dass Teilhabe an lokalen Entscheidungsfindungen Akzeptanz fördert. Die Mitsprache von Bürgern auf Augenhöhe erfordert Wissen. Weil die rechtlichen und planerischen Prozesse zum Bau und zur Nutzung von Windkraftanlagen vielschichtig sind, setzt echte Teilhabe Einblicke in Fachthemen voraus. „An dieser Stelle ist es empfehlenswert, neutrale Experten und externe Moderatoren in die Veranstaltung einzuplanen“, so Schütz. „Sachliche Information ist Grundlage für einen konstruktiv geführten Dialog.“

Derzeit erarbeitet das Team vom EnergieDialog.NRW eine grafische Darstellung des gesamten Planungsverfahrens für die Umsetzung von Projekten zur Windenergienutzung. Die Übersicht soll die involvierten Stellen und die komplexen Prozesse auf den verschiedenen Ebenen möglichst anschaulich aufzeigen. Die Grafik soll außerdem den Akteuren vor Ort helfen, geeignete Zeitpunkte zu finden, um die verschiedenen Interessensgruppen so weit wie möglich in die Planungen einzubinden.

Der EnergieDialog.NRW bietet hierbei weitere Unterstützung an. Eingerichtet ist die Beratungsstelle bei der EnergieAgentur.NRW, die auf eine mehr als 20-jährige Erfahrung in der Kooperation mit Kommunen und Unternehmen in Nordrhein-Westfalen zurückblicken kann. Hilfen für Kommunen reichen von Fachgesprächen und Informationsvermittlung bis hin zu Mediationsangeboten in konkreten Konfliktfällen. Diese Angebote können Verwaltungsmitarbeiter, Bürgerinitiativen, Anwohner sowie Errichter oder Betreiber von Windkraftanlagen gleichermaßen in Anspruch nehmen.

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