Steigender Trend: Strom in Eigenregie erzeugen

20. Juli 2014 | Kira Crome

Solaranlage auf einem Hausdach unter dem strahlend blauen Himmel

Solaranlage auf einem Hausdach unter dem strahlend blauen Himmel

Immer mehr Stromverbraucher erzeugen den Strom, den sie nutzen, in eigener Regie und mithilfe erneuerbarer Energien. 2012 stammten schon elf Prozent des deutschen Gesamtstrombedarfs aus Solaranlagen, Blockheizkraftwerken oder Windenergieanlagen.

Ob private Haushalte oder Unternehmen – immer mehr Verbraucher wandeln sich zu Energieerzeugern und verbrauchen ihren Strom aus erneuerbaren Energiequellen selbst. Hatte der Eigenstrom-Anteil am gesamten Strombedarf im Jahr 2008 noch bei acht Prozent gelegen, erzeugten Haushalte und Betriebe im Jahr 2012 56,7 Terawattstunden Strom. Das waren elf Prozent des gesamten Strombedarfs, haben das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und das Energiewirtschaftliche Institut Köln (EWI) in einer gemeinsamen Studie ermittelt. Rund 25.000 Unternehmen in Deutschland erzeugen ihren Strom in Eigenregie. Ebenso viele Betriebe planen nach Angaben der Industrie- und Handelskammern den Einstieg in die Energieproduktion. Aber auch private Haushalte investieren zunehmend in die Eigenstromnutzung, um sich von steigenden Energiekosten unabhängig zu machen.

Ein Trend, der in die Zeit passt, stellt die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) fest. Verbraucher legten allgemein immer höhere Ansprüche an regionale Herstellung und Umweltverträglichkeit. Was etwa für Lebensmittel schon seit längerem gelte, zeige sich auch beim Strom. „Viele Eigenheimbesitzer haben den Wunsch, die Energiewende zu Hause selber zu gestalten“, stellt AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer fest. „Eigenverbrauch und regionale Direktvermarktung haben den Vorteil, dass Strom dort verbraucht wird, wo er produziert wird.“ Neben der Erzeugung auf dem eigenen Dach bieten auch regionale Direktvermarktungsmodelle die Möglichkeit, Ökostrom dort zu verbrauchen, wo er erzeugt wird. Die Betreiber einer Solar-, Windenergie- oder Biogasanlage geben dabei ihren Strom nicht gegen EEG-Vergütung ab, sondern verkaufen ihn direkt an regionale Verbraucher oder einen Grünstromhändler.

Die Modelle sind vielfältig und bieten angesichts der Kostenvorteile, die die Eigenerzeugung bietet, eine wirtschaftliche Alternative zur zentralen Stromversorgung. Eine Übersicht über die Chancen und Herausforderungen der verschiedenen Nutzungs- und Vermarktungsmodelle von Strom aus erneuerbaren Energiequellen bietet ein neues Hintergrundpapier der Agentur für Erneuerbare Energien. Im Rahmen der aktuellen Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes werden die Vergütungsmodelle neu gestaltet.

Renews Spezial, Nr. 70: Eigenverbrauch und regionale Direktvermarktung – Chancen und Herausforderungen

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