Repowering bei Biogasanlagen

16. April 2014 | Kira Crome

© Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

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Wie Windräder älterer Bauart können auch bestehende Biogasanlagen durch verschiedene Methoden so optimiert werden, dass sie effizienter arbeiten: Die Energieausbeute steigt, ohne mehr Substrate einsetzen zu müssen. In der Praxis gibt es dafür unterschiedlichste Konzepte. Das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) untersucht jetzt, wie effizient die verschiedenen Methoden hinsichtlich der energetischen und ökonomischen Effekte tatsächlich sind.

In der Windenergiebranche ist das Repowering schon lange ein fester Begriff. Wie bei Windrädern wird aber auch in der Biogasbranche der Technologiefortschritt genutzt, um bestehende Anlagen so zu optimieren, dass sie einen höheren Wirkungsgrad erreichen und Energie effizienter bereitstellen. Da die Biogastechnik mit komplexen Wirkungszusammenhängen arbeitet, bieten sich dem Betreiber eine ganze Reihe von Ansätzen, um die Leistungsbilanz einer Biogasanlage zu verbessern. Die Palette reicht entlang der gesamten Prozesskette vom biologischen über den technischen bis zum organisatorischen Bereich. Wie sich die verschiedenen Maßnahmen auf die Energieausbeute auswirken und dazu beitragen, den Flächenbedarf für die Biogasproduktion zu verringern, soll jetzt in einem Forschungsvorhaben umfassend beschrieben werden.

„Nicht nur die Veränderung der förderpolitischen Rahmenbedingungen stellen viele Anlagenbetreiber vor Handlungsbedarf zur Optimierung ihrer Anlage.“

Das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) will erheben, welche Repoweringmaßnahmen in der Praxis angewendet werden und wie effektiv diese sind. Bestehende Biogasanlagen arbeiteten oft gut, schöpften aber bei weitem nicht das gesamte Potenzial aus, das ihnen eigentlich zur Verfügung steht, sagen die Fachleute. 500 Biogasanlagenbetreiber sollen nun über Beweggründe, Ziele und Konzepte des jeweils angewendeten Repowerings befragt werden. Zehn ausgewählte Anlagen sollen zudem mithilfe messtechnischer Erfassungen detailliert analysiert und anhand einer am DBFZ entwickelten Methode zur energetischen Bilanzierung bewertet werden. Die Forscher wollen herausfinden, inwiefern eine jeweilige Maßnahme dazu beiträgt, die energetische Effizienz zu steigern und die Wirtschaftlichkeit einer Anlage zu verbessern.

Relevanz und Potenziale des Biogas-Repowerings abschätzen
„Nicht nur die Veränderung der förderpolitischen Rahmenbedingungen stellen viele Anlagenbetreiber vor Handlungsbedarf zur Optimierung ihrer Anlage“, sagt Sascha Schulz, Experte für Bioenergie beim EnergieDialog.NRW. „Auch die Reduzierung des Flächenbedarfs für die eingesetzten Energiepflanzen wie beispielsweise Mais bei gleicher Energieausbeute, ist ein wichtiges Thema für die Branche.“ Noch sei nicht genau beschrieben, welche Auswirkungen das Repowering von Biogasanlagen auf die Energieeffizienz und auf den derzeit viel diskutierten Flächenverbrauch haben kann.

Die Studienergebnisse sollen diese Lücke schließen und helfen, die Relevanz und die Potenziale des Repowerings eindeutiger abzuschätzen. Überdies wollen die Forscher eine Grundlage liefern, um die Auswirkungen auf die Strom- und Wärmebereitstellung sowie auf den Substratbedarf zu prognostizieren. Darüber hinaus werden Szenarien aufgestellt, die die Auswirkungen des Repowerings auf den gesamten Anlagenbestand simulieren. Daraus wollen die Forscher Aussagen zu den Effekten des Repowerings in einer Post-EEG-Ära treffen und Handlungsempfehlungen entwickeln. Das
Forschungsvorhaben läuft bis Ende 2015 und wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über dessen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V., mit knapp 250.000 Euro gefördert.

www.dbfz.de
www.biogas.fnr.de

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