Erneuerbare Energien

Nordrhein-Westfalen trägt bei der Erreichung der deutschen und europäischen Klimaschutzziele eine besondere Verantwortung. Im Juni 2011 hat die Landesregierung daher ein ehrgeiziges Klimaschutzgesetz beschlossen. Die Treibhausgasemissionen in NRW sollen demnach verbindlich bis 2020 um mindestens 25 Prozent und bis 2050 um mindestens 80 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden. Um diese Ziele zu erreichen, setzt die Landesregierung, neben der Steigerung der Ressourcen- und Energieeffizienz und der Energieeinsparung, auf den Ausbau erneuerbarer Energien und dezentrale Energiestrukturen. Bis 2025 sollen mehr als 30 Prozent des Stroms in NRW aus erneuerbaren Energiequellen stammen. (2011: ca. 13 Prozent)

Weitere allgemeine Informationen finden Sie hier:
Erneuerbare-Energien-Projekte in Kommunen
Aktuelle Infografiken zu Erneuerbaren Energien
Dialog zum Klimaschutzplan NRW
Gesetz zum Schutz des Klimaschutzes in NRW

Spezifische Informationen zu den jeweiligen erneuerbaren Energieträgern und dem Stand des Ausbaus in Nordrhein-Westfalen finden Sie unter den folgenden Menüpunkten.

Windenergie

Die Windenergie ist die tragende Säule der Erneuerbaren Energien und wichtiger Innovationsmotor der Wirtschaft. In Deutschland beschäftigt die Branche laut VDMA rund 100.000 Menschen und investierte zuletzt rund 2 Milliarden Euro in neue Windenergieanlagen. Die Windenergie ist somit eine wichtige Zukunftsbranche und sowohl klima- als auch industriepolitisch von besonders hoher Bedeutung für NRW. In Deutschland wurden 2013 nach den vorliegenden Angaben 1154 WEA mit einer Leistung von 2.998 MW neu errichtet. Bundesweit sind damit Ende 2013 etwa 23.645 WEA mit einer Leistung von 33.730 MW installiert.

2.984 Windkraftanlagen mit einer installierten Leistung von rd. 3.414 MW produzierten 2013 etwa 40 Prozent des regenerativ erzeugten Stroms in Nordrhein-Westfalen. Damit liegt NRW weiterhin nach Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein auf Platz 5 bei der installierten Windenergieleistung aller Bundesländer. Die Windenergie soll als tragende Säule der Erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden. Ihr Anteil an der Stromversorgung soll von heute nur vier Prozent auf 15 Prozent bis zum Jahr 2020 steigen. Dann wird NRW wieder zum Binnen-Windland Nr. 1 in Deutschland, das es bis 2005 schon einmal war.

In der Bibliothek finden Sie hilfreiche Dokumente und Werkzeuge, die Ihnen dabei helfen, Windkraft-Projekte zu planen und durchzuführen.

Weiterführende Informationen finden Sie außerdem auf folgenden Internetseiten:
Netzwerk Windkraft NRW
IWR
Bundesverband Windenergie
Windtest Grevenbroich GmbH
Windstammtisch NRW
LEE NRW

Bundesverband Solarwirtschaft

In NRW wurden 2011 aus Biomasse mit 9,5 Mrd. kWh etwa 86 % der regenerativen Wärme und mit 5,1 Mrd. kWh rund 40 % des regenerativen Stroms produziert. Zudem wurden rund 352.000 Tonnen regenerative Treibstoffe aus Biomasse erzeugt. Im Bereich der landwirtschaftlichen Biogasanlagen sind zurzeit (2013) etwa 585 Anlagen mit einer installierten elektrischen Leistung von 250 MW in Betrieb.

In den verschiedenen Wertschöpfungsketten fester, flüssiger und gasförmiger Biomasse entstehen in NRW innovative Projekte zur effizienteren Nutzung der Roh- und Reststoffe aus land-, forst- und abfallwirtschaftlichen Quellen. Diese werden von der EnergieAgentur.NRW initiiert, moderiert und begleitet. Im Netzwerk Biomasse partizipieren über 1.300 Akteure, um an neuen Projekten zu arbeiten und sich über das Geschehen im Markt zu informieren. Die Homepage des Netzwerkes informiert umfassend über die Technologien im Biomassesektor. Im Bioenergieatlas.NRW finden Sie neben zentralen Ansprechpartnern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden, zahlreiche Biomasseprojekte, die in Nordrhein-Westfalen umgesetzt wurden.

In der Bibliothek finden Sie hilfreiche Dokumente und Werkzeuge, die Ihnen dabei helfen, Biomasse-Projekte zu planen und durchzuführen.

Weiterführende Informationen finden Sie außerdem auf folgenden Internetseiten:
Biomasseportal der EnergieAgentur.NRW
Netzwerk Biomasse
Bioenergieatlas.NRW
Landwirtschaftskammer NRW
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.
Informationsportal der Agentur für Erneuerbare Energie

Wasserkraft

Die Nutzung der Wasserkraft zur Energiegewinnung kann weltweit einen enormen Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen leisten. In NRW wird das technisch nutzbare Potenzial der Wasserkraft derzeit auf 800 GWh/a Strom geschätzt, wovon jedoch 200 GWh/a bisher nicht genutzt werden. Vor dem Hintergrund der EG-Wasserrahmenrichtlinie setzt das Land Nordrhein-Westfalen auf einen gewässerökologisch verträglichen Ausbau der Wasserkraft durch Reaktivierung und Optimierung von Anlagen sowie den Einsatz von Wasserkrafttechnik an bestehenden Stau- und Infrastrukturanlagen. Die installierte Leistung betrug 2011 in NRW 234 MW. Die Landesregierung NRW hat bisher 181 Anlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 18 MW gefördert. Die Gesamtfördersumme von fast 13 Mio. Euro löste weitere Investitionen von mehr als 49 Mio. Euro aus. Der Anteil der Wasserkraft an der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien betrug 2011 deutschlandweit etwa 4 %.

Weiterführende Informationen finden Sie außerdem auf folgenden Internetseiten:
Büro für Wasserkraft der EnergieAgentur.NRW
Allgemeine Informationen zum Thema Wasser und Umwelt

Erdwärme

Das Thema Erwärme (Geothermie) gewinnt gegenwärtig unter den Energietechnologien eine zunehmende Bedeutung. Dabei nimmt NRW und hier insbesondere die Metropole Ruhr als Sitz zahlreicher marktführender Unternehmen eine Schlüsselposition ein. Innerhalb der Metropole Ruhr sind ca. 230 Unternehmen im Geothermiemarkt tätig, mit 4000 bis 5000 Arbeitsplätzen. NRW besitzt mit warmen Grubenwässern in stillgelegten Bergwerken ein bedeutendes Potential zur Gebäudebeheizung, das es noch zu erschließen gilt. Erste Projekte wurden bereits in Essen, Marl und Bochum realisiert. Damit die Erdwärme für alle Bürger im Land nutzbar wird, hat die Landesregierung NRW die “Potenzialstudie Geothermie NRW” für das oberflächennahe Erdwärmepotenzial bei dem Geologischen Dienst NRW in Auftrag gegeben. Das Ergebnis ist eine landesweite digitale Geothermische Karte, auf der für jeden Standort in Nordrhein-Westfalen alle relevanten Untergrunddaten sowie die geothermischen Ergiebigkeiten für Erdwärmebohrungen bis 100 m Tiefe abgefragt werden können. Ergänzend hierzu bietet der Geologische Dienst NRW einen kostenlosen Standortcheck für jedes Grundstück in NRW über das Internet sowie eine kostenpflichtige detaillierte geologisch-geothermische Stellungnahme an. Der Standortcheck fragt neben der Eignung für Erdwärmesonden auch die alternative Eignung eines Standortes für Erdwärmekollektoren ab. Auf Initiative der EnergieAgentur.NRW wird derzeit vom Geologischen Dienst NRW eine „Standortbewertungskarte für den Einbau und den Betrieb von Erdwärmesonden“ entwickelt und den Genehmigungsbehörden als Entscheidungshilfe zur Verfügung gestellt. Die so genannte „Ampelkarte“ stellt in den Klassen grün, gelb und rot die Eignung eines Standortes aus geologischer und hydrogeologischer Sicht dar. Diese Karte hilft, die Nutzung von Erdwärme sicherer zu machen, da bereits im Vorfeld auf Besonderheiten des Untergrundes hingewiesen wird.

Weiterführende Informationen finden Sie außerdem auf folgenden Internetseiten:
Netzwerk Geothermie der EnergieAgentur.NRW