Neues Bündnis Bürgerenergie gegründet

30. Januar 2014 | Kira Crome

Das Thema Bürgerenergie hat im politischen Berlin einen neuen Fürsprecher: Elf Organisationen haben das „Bündnis Bürgerenergie“ gegründet, um die Interessen von Bürgerinnen und Bürgern in der Energiepolitik zu vertreten.

Sie wollen der Bürgerenergie eine kraftvolle Stimme verleihen – so lautet das erklärte Ziel einer neuen Vereinigung von Interessengruppen, die sich am Dienstag in Berlin gegründet hat. Elf Organisationen haben das „Bündnis Bürgerenergie“ ins Leben gerufen, um die gemeinsamen Interessen der Bürgerenergie-Akteure zu bündeln und zu fokussieren. Mit einem deutlichen Appell: „Die Bundesregierung hat noch nicht erkannt, dass vor allem die Bürgerinnen und Bürger vor Ort mehr Nachhaltigkeit in die Energieversorgung bringen. Ohne sie wäre die Energiewende noch weit von den politisch erklärten Zielen entfernt“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende des Bündnisses Dietmar von Blittersdorff, Vertreter des Bürgerenergiegenossenschaften-Netzwerks „Energiewende Jetzt“, bei der Gründungsveranstaltung. Dieses Engagement gelte es zu erhalten und zu fördern, auch weil Deutschland damit ein Vorbild für viele andere Länder sei.

Allein im Jahr 2012 wurden über fünf Milliarden Euro in erneuerbare Bürgerenergie-Projekte investiert. Fast jede zweite Kilowattstunde Ökostrom stammt aus Anlagen, die Bürgern gehören. Deshalb dürfe bei der Energiewende die Bürgerbeteiligung im neuen Kurs der Regierung nicht zu einer Frage von Ausnahmeregelungen und Bagatellgrenzen verkommen, sagte Gründungsmitglied und aktuelle Trägerin des Deutschen Umweltpreises Ursula Sladek. „Bürgerenergie muss im Zentrum der Politik stehen.“

Das Bündnis versteht sich als eine offene Plattform für alle Bürgerenergie-Akteure. In den kommenden Monaten der Aufbau weiter vorangebracht werden. Energiebürgerinnen und Energiebürger, Betreiber von Bürgerenergieanlagen und Bürgerenergiegesellschaften können Fördermitglieder werden. Für den Frühsommer ist ein Bürgerenergie-Konvent geplant, auf dem ein „Rat für Bürgerenergie“ gewählt werden soll, der sich als aktiver Beirat in die Arbeit des Bündnisses einbringt.

Initiatoren und Gründungsmitglieder des Bündnisses sind Netzkauf EWS eG, Stiftung Neue Energie, GLS Bank Stiftung, 100 prozent erneuerbar stiftung, Haleakala-Stiftung, BürgerEnergie Thüringen e.V., Landesnetzwerk Bürgerenergiegenossenschaften Rheinland-Pfalz, Netzwerk Energiewende Jetzt, Naturstrom AG, Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) und Agentur für Erneuerbare Energien.

Mehr Informationen unter www.buendnis-buergerenergie.de. Dort findet sich auch eine Übersicht zur Definition und Marktanalyse von Bürgerenergie in Deutschland des Instituts trend:research und der Leuphana Universität Lüneburg.


Die Vertreter der Gründungsmitglieder am 28.01. in Berlin
(Foto: Farys/Die Projektoren © Bündnis Bürgerenergie)

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