Neuer Leitfaden zum Einspeisemanagement erschienen

27. Februar 2014 | Kira Crome

Wieviel Entschädigung steht dem Betreiber einer Windenergieanlage zu, die aufgrund von Leitungsengpässen keinen Strom ins Netz einspeisen durfte? Weil diese Frage vom Gesetzgeber nicht genau geregelt ist, hat die Bundesnetzagentur einen Leitfaden zum Einspeisemanagement veröffentlicht. Nach Abschluss der Konsultationsphase liegt jetzt eine aktualisierte Version vor. Wichtigste Neuerung: Neben der Windenergie sind nun auch Biogas, Biomasse und Solarenergie aufgenommen worden.

Zuletzt war es das Sturmtief Xaver, das die Betreiber des öffentlichen Stromnetzes vor eine solche Herausforderung gestellt hat: Wenn mehr dezentral erzeugter Windstrom ins Netz drängt als die Leitungen aufnehmen können, kann es zu Engpässen kommen. Werden einzelne Abschnitte eines Verteil- oder Übertragungsnetzes überlastet, bedroht das die Versorgungssicherheit. Um einen Zusammenbruch der Netze zu vermeiden, hat der Gesetzgeber die Netzbetreiber berechtigt, die Einspeisemengen zu steuern und entsprechende an ihr jeweiliges Netz angeschlossene Anlagen abzuschalten. Konkret bedeutet dass, die Einspeiseleistungen zunächst von konventionellen Anlagen und schließlich von dezentralen Erzeugungsanlagen aus erneuerbaren Energien, Kraft-Wärme-Kopplung oder Grubengas mit einer Leistung von über 100 Kilowatt zeitweise zu drosseln. Dabei ist das Einspeisemanagement als allerletzte Maßnahme zu verstehen, die der Netzbetreiber erst ergreifen darf, wenn andere Möglichkeiten, den Engpass zu umgehen, gescheitert sind.

Den betroffenen Betreibern von Windenergie-, Solar oder Biogasanlagen steht im Falle einer erzwungenen Abregelung ihrer Anlagen vom jeweiligen Netzbetreiber eine finanzielle Entschädigung zu. Weil im Erneuerbare-Energien-Gesetz nicht näher geregelt ist, wie die Entschädigungszahlung berechnet wird, hat die Bundesnetzagentur bereits 2011 einen „Leitfaden zum EEG-Einspeisemanagement“ veröffentlicht. Darin werden die Voraussetzungen und Verfahren zur Ermittlung der Entschädigungssummen beschrieben.

In Folge der letzten EEG-Reform wurde im vergangenen Jahr, flankiert von einem Konsultationsprozess, die „Version 2.0“ erarbeitet. Mit einer wichtigen Neuerung: Waren in der Vergangenheit vor allem Windenergieanlagen von netzbedingten Abschaltungen betroffen, sind durch den Zubau von anderen erneuerbare Energieanlagen aber auch zunehmend Biogas, Biomasse und Solarenergie von netzbedingten Abschaltungen betroffen. Da die Regelungen auf alle einspeisenden Anlagen angewandt werden sollen, sind diese Energieträger nun auch Bestandteil des Leitfadens. Wie die technische Steuerungsausstattung oder Umrüstung der Anlagen aussehen muss, um die Signale des Netzbetreibers empfangen zu können, erfahren Anlagenbetreiber beim jeweiligen Netzbetreiber.

Weiterführende Informationen:
Bundesnetzagentur: Leitfaden zum EEG-Einspeisemanagement – Abschaltrangfolge, Berechnung von Entschädigungszahlungen und Auswirkungen auf die Netzentgelte

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