Neuer Aufwind für Akteure der Bürgerenergie

28. Oktober 2014 | Kira Crome

Mitglieder des neuen Rates der Bürgerenergie

Mitglieder des neuen Rates der Bürgerenergie sind: (v. li.) Jakob R. Müller, Forschungsnetzwerk Energiegenossenschaften; Kai Hock, HEG Heidelberger Energiegenossenschaft eG; Horst Leithoff, Bürgerwindparksbetreiber, Schleswig-Holstein; Stefanie Usbeck, Windfang eG, Niedersachsen; Erhard Renz, MPS Energie Institut MetropolSolar Rhein-Neckar e.V., Baden-Württemberg; Felix Benjamin Schäfer, Bürgerwerke eG, Baden-Württemberg; Luise Neumann-Cosel, BürgerEnergie Berlin eG, Berlin; Nicht auf dem Bild: Weert Canzler, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Berlin

Das Bündnis Bürgerenergie hat beim ersten Bürgerenergie-Konvent in Fulda Bilanz gezogen: Ausschreibungsmodelle, die Zukunft der Energiegenossenschaften oder das neue Kapitalanlage-Gesetz standen im Mittelpunkt der zweitägigen Beratungen. Ein neu gewählter achtköpfiger Rat für Bürgerenergie soll jetzt die Lobbyarbeit des Bündnisses fachlich unterstützen und helfen, den Bürgerinteressen und der Bürgerbeteiligung mehr Einfluss zu verschaffen.

Die Bürgerenergie als tragende Säule der Energiewende dauerhaft stärken – das ist das erklärte Ziel des gemeinnützigen Bündnis Bürgerenergie (BBEn), das sich Anfang des Jahres gegründet hat, um die Interessen der Bürger im Zuge der Energiewende besser zu bündeln und zu vertreten. Es will Vordenker sein, den politischen Dialog beleben und eine „Kultur der Bürgerenergie“ schaffen. Rund die Hälfte aller Investitionen in Erneuerbare Energien wurde bislang von Bürgern getätigt, berichtet das Bündnis für Bürgerenergie. Heute haben Bürgerenergieprojekte bundesweit an der installierten Leistung von Solar-, Onshore-Wind- und Biomasse-Strom einen Anteil von deutlich über 40 Prozent. Das zeige, welche Dynamik das Engagement von bürgerschaftlichen Akteuren beim Ausbau der dezentralen Energieversorgung entwickeln kann. Mehr als der Erfolg sei aber der politische Gegenwind Ansporn dafür, die Bürgerenergie unter den aktuellen energiepolitischen Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln und auszubauen, bilanzierte Thomas Banning, Vorstandvorsitzender des BBEn, beim ersten Bürgerenergie-Konvent im hessischen Fulda. Deshalb sei ein koordiniertes und gemeinsames Auftreten besonders wichtig: „Wir werden unsere Synergien nutzen“, bekräftigte Banning vor den rund 140 Bürgerenergie-Akteuren in Fulda. Sie berieten über die Folgen der Änderungen bei der Ökostromförderung und die Zukunft der Bürgerenergiegenossenschaften: Ausschreibungsmodelle und die erneute Novelle des Kapitalanlagegesetzbuches vom Juni diesen Jahres wurden kritisch diskutiert.

Mit dem am Rande des Konvents neu gewählten Rat für Bürgerenergie soll das bürgerschaftliche Engagement neuen Aufwind erhalten: Zusammengesetzt aus den Reihen der Fördermitglieder des BBEn, bündelt er Expertise und Erfahrungen aus unterschiedlichsten Bereichen, vom Bürgerwindparkbetreiber über Netzkaufinitiativen bis hin zu Genossenschaftsforschern und Solarpionieren. Die acht Räte wollen mit ihrer Kompetenz den Diskurs entscheidend mitgestalten und maßgeblich dazu beitragen, die Kultur der Bürgerenergie weiterzuentwickeln.

Das BBEn setzt sich für eine verbrauchsnahe Energieerzeugung und Direktversorgung der Verbraucher durch regenerative und dezentrale Energien ein, bei denen die Bürger Anteil und Einfluss haben. Im BBEn schließen sich lokale, regionale und bundesweit agierende Netzwerke, Organisationen und Unternehmen zusammen. Es wurde im Januar 2014 gegründet und zählt derzeit rund 80 Mitglieder.

Ein Gedanke zu „Neuer Aufwind für Akteure der Bürgerenergie

  1. Guten Tag,
    ich würde mich gerne an einem Bürgerprojekt beteiligen, wenn sich so ein Projekt in meinem Umfeld startet; Rees am Rhein.
    Ich habe eine 1,1 KWp PV Anl seit 1998 auf dem Hausdach und eine 2,18 KWp, nachgeführte Anlage seit 2004, im Garten stehen.
    Also von alternativer Energie überzeugt.
    Ich fahre seit 2005 Autos mit Erdgasantrieb.

    Gruss Kurt Stenzel

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