Neue Online-Datenbank: Bioenergieatlas.NRW

25. Februar 2014 | Kira Crome

Projekte und Akteure in Nordrhein-Westfalen auf einen Blick: Unter www.bioenergieatlas.nrw.de bietet eine neue Online-Datenbank der EnergieAgentur.NRW einen umfassenden Überblick über die zahlreichen Biomasseprojekte in der Region und hält weiterführende Informationen zum Thema bereit.

Bioenergie ist die älteste Form der erneuerbaren Energie. Ein Drittel des erneuerbaren Stroms stammt derzeit aus Biomasse, im Wärmebereich sind es sogar 90 Prozent. Während Menschen schon in frühester Zeit Holz zum Heizen und Kochen eingesetzt haben, nutzt die moderne Bioenergiegewinnung vor allem landwirtschaftliche Biomasse: nachwachsende Rohstoffe oder Nebenprodukte aus der Landwirtschaft, sowie Klärschlamm und Bioabfälle. Die Gewinnung von Strom aus Biomasse kann flexibel gestaltet werden. Biogasanlagen oder Biomasseheizkraftwerke können die Lücken in der Stromerzeugung ausgleichen, wenn die Sonne mal nicht scheint und der Wind nicht weht. Das Biogas kann zudem gespeichert oder nach Aufbereitung in das Erdgasnetz eingespeist werden und damit eine wichtige Aufgabe im Rahmen der Energiewende übernehmen.

Welche vielfältigen, innovativen Lösungen in Sachen Bioenergie in Nordrhein-Westfalen bereits umgesetzt wurden, zeigt die neue Online-Datenbank Bioenergieatlas.NRW. Dazu gehören Bioenergiedörfer wie zum Beispiel der Ort Anröchte-Altenmellrich: Hier wird aus Biogas über ein Satelliten-Blockheizkraftwerk nicht nur Öko-Strom erzeugt und in das Ortsnetz eingespeist, sondern auch 63 angeschlossene Altenmellricher Haushalte mit Bio-Wärme vollversorgt – unterstützt von Altenmellricher Bürgern, die als Gesellschafter des lokalen Nahwärmenetz-Betreibers helfen, ein eigenes Nahwärmenetz vor Ort zu errichten. Dazu gehören aber auch größere Kommunen wie die Stadt Willebadessen , die ihren größten Energieverbraucher, ein Schulzentrum mit drei Schulen, einem Hallenbad und einer Sporthalle, mit umweltfreundlich erzeugter Wärme versorgt. Da auch das Rathaus an die Biogasanlage mit Blockheizkraftwerk angeschlossen wurde, konnte die Kommune den fossilen Energieverbrauch in ihren Gebäuden um rund 90 Prozent jährlich senken. Intelligente Verknüpfungen von moderner Bau- und Haustechnik mit den Ansprüchen des Denkmalschutzes wie im Wuppertaler Luisenviertel bieten ebenso Anregung wie Konzepte zur nachhaltigen Stadtentwicklung.

Die Datenbank hilft, gezielt Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden zu finden, die auf diesem Feld aktiv sind. Darüber hinaus werden die nordrhein-westfälischen Bioenergieprojekte auf der Landkarte verortet, können nach eigenen Kriterien gefiltert, in Form von Listen exportiert oder als Referenzdatenblatt ausgedruckt werden.

Ferner können dort auch Firmenkontakte – von Technologieanbietern, über Ingenieurbüros und Rohstofflieferanten bis zu Forschungseinrichtungen – veröffentlicht werden. Das Einstellen eines bereits umgesetzten Projekts veranschaulicht zusätzlich die angebotenen Leistungen und kann als Referenz für Angebote und Ausschreibungen dienen.

Mehr unter www.bionenergieatlas.nrw.de

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