Neue Dokumentation: Repowering made in NRW

15. September 2015 | Kira Crome

Repowering alter Anlagen: Durch technische Weiterentwicklungen können bestehende Windflächen effektiver genutzt werden.

Repowering alter Anlagen: Durch technische Weiterentwicklungen können bestehende Windflächen effektiver genutzt werden.

Für die Windenergiebranche in NRW gewinnt der Ersatz älterer Anlagen der ersten Generation durch neue, leistungsstärkere Turbinen zunehmend an Bedeutung: Viele Altanlagen erreichen aktuell das Ende ihrer technischen Betriebslaufzeit. Das Repowering ist mit einer Reihe praktischer Herausforderungen verbunden. Wie sich diese meistern lassen, haben Experten auf Einladung der EnergieAgentur.NRW gemeinsam diskutiert. Die vorliegende Workshop-Dokumentation bietet Betreibern und kommunalen Akteuren Hilfestellung in Sachen Altanlagenerneuerung.

Nordrhein-Westfalen zählt zu den Pioniergebieten der Windenergienutzung: Bereits in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre sind hierzulande Windenergieanlagen gebaut worden. Die erreichen nun das Ende ihrer technischen Betriebszeit. Weil die Technologie in der Zwischenzeit rasante Fortschritte gemacht hat und moderne Anlagen nicht nur leistungsfähiger, sondern auch effizienter und somit auch wirtschaftlicher geworden sind, stehen ihre Betreiber vor der Frage, ob sie ihre Anlagen der ersten Generation durch neue ersetzen sollen. Nicht nur die höhere Energieausbeute ist ein Anreiz. Durch die technische Weiterentwicklung der Anlagen lassen sich die bestehenden Windflächen zudem effektiver nutzen. In älteren Windparks könnte auf diese Weise die Anzahl der Anlagen verkleinert und so das Landschaftsbild beruhigt werden.

Das Repowering alter Anlagen wirft jedoch eine Reihe von Fragen auf. Die werden, einer Studie des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerativer Energien (IWR) zufolge, neben genehmigungstechnischen Aspekten vor allem durch die unterschiedlichen Interessen der in das Repowering-Projekt eingebundenen Akteure aufgeworfen. Etwa wie mit dem finanziellen Ausgleich der beteiligten Akteure und dem Umgang mit bestehenden Verträgen umgegangen werden soll. Denn in vielen Fällen führt ein Repowering-Projekt zu einer Verschiebung des Anlagenstandorts oder zu einer Neuaufteilung der Windflächen. Dadurch können Änderungen der Akteursstrukturen entstehen. Altbetreiber haben dann mit neuen Projektpartnern zu tun; Altverpächter haben gegenläufige Interessen. Um Repowering-Vorhaben erfolgreich durchzuführen, spielen die Ausgestaltungsmöglichkeiten von Pacht- und Beteiligungsmodellen eine zentrale Rolle.

Die EnergieAgentur.NRW hat deshalb einen Experten-Workshop zu praktischen Fragen des Repowerings veranstaltet. Die Ergebnisse sind in der jetzt vorliegenden Dokumentation festgehalten. Sie illustriert am Beispiel des Windparks Rhune-Waltringen die typischen Herausforderungen eines Repowering-Vorhabens. Darüber hinaus beleuchtet die Dokumentation den aktuellen Diskussionsstand aus zwei Perspektiven: den an einem Repowering-Projekt beteiligten Akteuren und den Handlungsmöglichkeiten von Städten und Gemeinden, um Repowering-Projekt vor Ort zu unterstützen. Damit erhalten sowohl Anlagenbetreiber wie auch kommunale Akteure eine Hilfestellung, um sich vertiefend mit Fragen rund um das Repowering zu befassen.

Rechtsgutachten bietet weitere Orientierung

Hilfestellung, wie widerstreitende Interessenskonflikte im Zuge eines Repowering-Projektes gelöst werden können, bietet auch das Rechtsgutachten zur sachgerechten Ausgestaltung vertraglicher Regelungen mit beteiligten Akteuren, das die EnergieAgentur.NRW in Auftrag gegeben hat. Es beinhaltet einzelne Regelungsbeispiele und gibt Formulierungshilfen für die Vertragsgestaltung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.