Neue Auflage des Handbuchs zur Windenergieplanung liegt vor

26. April 2018 | Kira Crome

Das Online-Windenergie-Handbuch ist aktualisiert und an die Novellierungen in Rechtsprechung und Planungspraxis angepasst worden. Die vierzehnte Auflage der Arbeitshilfe für Planungspraktiker und Genehmigungsbehörden bringt die Verwaltungsfachinformation rund um die Windenergie in Nordrhein-Westfalen auf den neuesten Stand.

Was als Arbeitshilfe aus der Praxis für die Praxis begann, gilt inzwischen als Standardwerk der Verwaltungsfachinformation für die behördliche Genehmigung und Überwachung von Windenergieanlagen in Nordrhein-Westfalen. Jetzt steht die jüngste, aktualisierte Fassung des Windenergie-Handbuchs von Monika Agatz online zur Verfügung. Regelmäßig, mittlerweile in der 14. Auflage, schreibt die Umweltingenieurin das Kompendium fort und passt es an den neuen Erkenntnisstand in Rechtsprechung und Umweltverwaltungspraxis an. Neben vielen kleineren Aktualisierungen sind neu in der überarbeiteten Fassung: die Änderungen für die Umweltverwaltungsarbeit durch die Novellen des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) und des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes (UmwRG). Aufgenommen ist auch die Novellierung des Leitfadens zum Arten- und Habitatschutz des Landesamtes für Natur-, Umwelt und Verbraucherschutz. Weitere Themen sind das veränderte Vorgehen im Schallprognoseverfahren und die Heilung von Verfahrensfehlern. Hilfestellung gibt es auch zur Genehmigung neuester Anlagentypen sowie zur Beschleunigung und Flexibilisierung des Genehmigungsverfahrens beispielsweise in seinem zeitlichen Ablauf.

Das Windenergie-Handbuch habe keinerlei rechtlich bindenden oder normativen Charakter, betont Agatz. Es verstehe sich als Arbeitshilfe, mit der die Umweltverwaltungsexpertin Mitarbeitern in Genehmigungs- und Fachbehörden Orientierung bieten will. Deren Arbeit erfahre – dem eingeläuteten Bürokratieabbau zum Trotz – ein Mehr an Verrechtlichung und Formalisierung, beobachtet Agatz die Entwicklung im Umgang mit der Windenergieplanung. Das aufwendige, einklagbare Verfahrensrecht führe häufig zu viel Aufwand, ohne dass für den materiellen Umweltschutz viel erreicht würde. „Auch die gesellschaftlichen Diskussionen zwischen den verschiedenen Interessengruppen treffen mitunter nicht den Kern der Sache und lenken die Aufmerksamkeit eher von den Aspekten ab, mit denen mehr oder Besseres für den Umweltschutz erreicht werden könnte“, schreibt Agatz in ihrem Vorwort zur neuen Ausgabe. Die Novellierungen der UVP- und UmwR-Gesetze wertet die Praktikerin als „positives und hoffnungsvolles Beispiel dafür, dass ein echtes Interesse an einer Rückkoppelung aus der Verwaltungspraxis über die Wirkungen von Normen besteht“ und letztlich dem materiellen Umweltschutz besser gedient werden könne.

Seit nunmehr vierzehn Jahren stellt die Umweltverwaltungsexpertin das Windenergie-Handbuch zur Verfügung. „Das Windenergie-Handbuch soll zu einer technisch und rechtlich begründeten, effektiven und zügigen sowie einheitlichen Verwaltungspraxis im Umgang mit Windenergieanlagen beitragen“, wünscht sich Agatz. „Gutachter, Anlagenplaner und Projektierer, aber auch Anwälte, Studenten und interessierte Bürger nutzen es“, sagt die Autorin in einem früheren Interview.

2003 erschien das Kompendium zum ersten Mal. Dafür brachte die damals im Staatlichen Umweltamt Herten tätige Umweltingenieurin Notizen, Informationssammlungen, Merkblätter, Erkenntnisse aus der technischen und rechtlichen Fachliteratur mit den praktischen Erfahrungen aus der behördlichen Genehmigung und Überwachung von Windenergieanlagen zusammen. Mit 90 Seiten war die erste Auflage vergleichsweise schmal. Die aktuelle 14. Ausgabe, die Agatz heute nebenberuflich pflegt, umfasst inzwischen mehr als 300 Seiten. Ein ähnliches Online-Kompendium stellt die Autorin mit dem Biogas-Handbuch zur Verfügung.

Monika Agatz (2017): Windenergie-Handbuch. 14. Ausgabe, nur online abrufbar auf www.windenergie-handbuch.de