Mehr Energie: Offene Kommunen.NRW tagt mit neuem Schwerpunktthema

28. Oktober 2014 | Kira Crome

Offene Kommunen NRW © sectio-aurea.org

Offene Kommunen NRW © sectio-aurea.org

Am 8. November findet zum vierten Mal die Tagung „Offene Kommunen.NRW“ in Wuppertal statt. Dann werden wieder Bürger, Politiker, Verwaltungsmitarbeiter, Wissenschaftler und Interessierte darüber diskutieren, wie Kommunen für mehr Transparenz, Beteiligung und Kooperation in ihrer Verwaltungsarbeit und in Planungsverfahren sorgen können. Neuer Schwerpunkt ist in diesem Jahr das Thema Energie.

Politik und Verwaltung sollen sich öffnen, Teilhabe ermöglichen und kooperativ handeln. Das ist das Ziel der sogenannten Open Government-Bewegung. Nach dem Prinzip der „gläsernen Verwaltung“ sollen Schriftsätze, Gutachten und Verwaltungsdaten aus den für Bürgern unzugänglichen Aktenschränken herausgeholt und offengelegt werden. Die digitale „Akteneinsicht für alle“ macht Verwaltungshandeln für den Bürger nachvollziehbar. Sie wäre Grundlage dafür, Bürgerinnen und Bürger an den Entscheidungsprozessen von Politik und Verwaltung zu beteiligen. Anfang Oktober hat der Stadtstaat Hamburg als Erstes in Deutschland ein entsprechendes Internetportal eröffnet. Über 33 Millionen Aktenseiten wurden bisher dafür digitalisiert. Möglich macht das ein – in Deutschland einzigartiges – Hamburger Transparenzgesetz, das zur Veröffentlichung nahezu aller Verwaltungsvorgänge verpflichtet.

Offene Dialoge

Was in Hamburg bereits Praxis ist, soll auch in Nordrhein-Westfalen vorangetrieben werden: Das Land will unter der Überschrift „Open.NRW“ ein frei zugängliches Datenregister aufbauen, in das Landesbehörden Informationen einspeisen können. Grundlage dafür ist eine Open-Government-Strategie, die die Landesregierung im Frühjahr auf den Weg gebracht hat. Ziel ist es, Akten und Daten der Landesregierung und der Verwaltung nach dem Open-Data-Prinzip online für jedermann abrufbar zu machen. Das soll nicht nur Transparenz schaffen, sondern auch mehr Partizipation ermöglichen – etwa durch den Online-Dialog zwischen Bürgern und Verwaltung.

Die Entscheidung, welche Daten online zur Verfügung gestellt werden, liegt im Ermessen der Behörden selbst. Aber auch die Kommunen sind eingeladen, mitzumachen. Welche Schritte Kommunen auf dem Weg zum gläsernen Verwaltungshandeln nun unternehmen müssen, steht im Mittelpunkt der Tagung „Offenen Kommunen.NRW“. „Kommunen sind der Ort, wo Politik und Realität für die Bürgerinnen und Bürger am unmittelbarsten aufeinander treffen. Vor allem hier muss die Öffnung von Politik und Verwaltung ihre Wirkung entfalten und die kommunale Demokratie stärken“, erklärt Dieter Hofmann vom Kompetenznetz Bürgerhaushalt. Es richtet zum vierten Mal das Tagungstreffen aus, um konkrete Vorschläge und Anregungen zu entwickeln.

Mithilfe bei der Energiewende

Im Mittelpunkt steht dabei in diesem Jahr das Thema Energie. Nicht nur, weil es nach Ansicht der Wegbereiter dringend erforderlich sei, das Konzept der „gläsernen Verwaltung“ in den Kommunen mit mehr Energie voranzutreiben. „Wir möchten mit den Teilnehmern der Veranstaltung gemeinsam herausfinden, wie man die Energiewende auf kommunaler Ebene mit Hilfe von mehr Transparenz, Beteiligung, Engagement und Kooperation vorantreiben kann“, so Hofmann. Bislang würden die Ansätze der Open-Government-Bewegung kaum genutzt, um sie für die Energiewende in der Region zu nutzen. Welche Potenziale sich durch die freie Verfügbarkeit von Verwaltungsdaten und -informationen in den Kommunen für mehr Energieeffizienz und Klimaschutz vor Ort eröffnen, soll die Tagung deshalb ausloten. Beispielhafte Aktivitäten werden auf der Internetseite vorgestellt.

Das Programm entsteht nach der Barcamp-Methode erst am Veranstaltungstag selbst. Das ist eine Tagungsform, in der sich die Teilnehmenden über die Themen verständigen und selbst den Input steuern. Dafür können Interessierte vorab eigene Programmbeiträge online vorschlagen. Das Plenum entscheidet zu Beginn der Veranstaltung, welche Themen dann stattfinden. So entsteht das tatsächliche Programm der Tagung erst am Tag der Veranstaltung.

Veranstaltungsort: Bergische VHS, Auer Schulstraße 20, 42103 Wuppertal-Elberfeld
Zeit: 8. November 2014, 9:30-17:30 Uhr
Anmeldung: Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten via www.oknrw.de.

Weitere Informationen:
www.nrw.de/opennrw

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