Forschung: Metaanalyse vergleicht Prognosen zum Energieverbrauch

29. Dezember 2014 | Kira Crome

Besonders wichtig für das Erreichen der Ziele ist das Zusammenspiel zwischen Energieeinsparung, Energieeffizienz und Ausbau der erneuerbaren Energien.

Besonders wichtig für das Erreichen der Ziele ist das Zusammenspiel zwischen Energieeinsparung, Energieeffizienz und Ausbau der erneuerbaren Energien

Das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie hat im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien 14 Studien verglichen, die sich mit der Entwicklung des Energieverbrauchs in Deutschland beschäftigen. Die Metaanalyse zeigt, dass die bisher vorhandenen politischen Maßnahmen den Primärenergieverbrauch in den nächsten sechs Jahren lediglich um etwa 10 bis 15 Prozent senken werden. Das Ergebnis stellt die künftige Rolle von Erneuerbaren Energien und Energieeffizienzmaßnahmen ins Schlaglicht.

Wie wird sich der Primärenergieverbrauch in Deutschland in den kommenden Jahren entwickeln? Wie schlägt sich die Entwicklung auf den Endenergieverbrauch nieder? Wie verhält sich der Stromverbrauch in den einzelnen Sektoren dazu? An diesen Leitfragen orientieren sich die Weichenstellungen der Energiepolitik. Die notwendige wissenschaftliche Szenarien-Abschätzung liefert die Forschung. Das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie hat im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien 14 wissenschaftliche Studien miteinander verglichen, die die Entwicklung des Bedarfs an Primärenergie, Strom und Endenergie in Deutschland bis zu den Jahren 2020, 2030 und 2050 beschreiben. Das Ergebnis: Um die im Zuge der Energiewende politisch gesteckten Ziele zur Reduktion des Energieverbrauchs bis 2020 zu erreichen, sind deutlich größere Anstrengungen als bisher erforderlich, schließen die Autoren aus ihrer Metaanalyse „Entwicklung des Energieverbrauchs in Deutschland“. Setzt sich lediglich der bisherige Trend fort, verfehlt Deutschland die Zielmarke, den Primärenergieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent im Vergleich zum Jahr 2008 zu verringern.

Der Vergleich von Referenzprognosen, die seit 2011 von verschiedenen Forschungsinstituten veröffentlicht wurden und die jeweils die wahrscheinliche Entwicklung beschreiben, zeigt, dass der Primärenergieverbrauch mit den bisher vorhandenen politischen Instrumenten bis 2020 lediglich um etwa zehn bis 15 Prozent abnehmen wird. Das bedeutet: Werden keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen, drohen die politischen Ziele verfehlt zu werden.

Weil die veranschlagten Ausbauziele für Erneuerbare Energien als Anteil am Energieverbrauch formuliert sind, ist die Schlussfolgerung der Metaanalyse für die Frage, welche Rolle regenerative Energiequellen in einem künftigen Energiesystem einnehmen, relevant. Soll der Anteil der Erneuerbaren Energien weiter angehoben werden, gibt es dafür zwei Stellschrauben: die verstärkte Nutzung von Wind-, Solar- und Bioenergie und die Verringerung des Energiebedarfs mithilfe von Maßnahmen zur Energieeffizienz. Allerdings reichen der Agentur für Erneuerbare Energien zufolge die im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) des Bundeswirtschaftsministeriums festgeschriebenen zusätzlichen Maßnahmen nicht aus, um den Energieverbrauch nachhaltig zu senken.

Für Nordrhein-Westfalen und die im bundesweit ersten Landesklimaschutzgesetz festgelegten Ziele bedeuten die wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass nicht nur eine Stellschraube allein – die klimafreundliche Versorgung mithilfe Erneuerbarer Energien oder das Einsparen von Energie – zur nachhaltigen Reduktion der Treibhausgase führt. Vielmehr ist das Zusammenspiel zwischen Energieeinsparung, Energieeffizienz und Ausbau der erneuerbaren Energien zur Zielerreichung bedeutsam.

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