Infraschall-Bericht: Dänische Regierung nimmt Stellung

20. Mai 2015 | Kira Crome

Auswirkungen Infraschall Windenergie

Dänische Energieagentur: Ausbau der Windkraft stagniert nicht

Anfang März ist in der Tageszeitung „Die Welt“ ein Bericht über die mutmaßlichen Auswirkungen von Infraschall durch Windenergieanlagen in Dänemark erschienen. Der Beitrag hat hierzulande die Debatte über gesundheitlichen Folgen von Infraschall bei der Windenergieerzeugung befeuert. Jetzt hat die dänische Regierung zu der Darstellung Stellung genommen.

Die möglichen Auswirkungen von Infraschall-Emissionen von Windenergieanlagen werden derzeit unter Experten, in Bürgerveranstaltungen zum regionalen Ausbau der Windenergienutzung und in den Medien vielfach diskutiert. Befeuert wird die Debatte nicht zuletzt von einem Bericht, der Anfang März in der Tageszeitung „Die Welt“ erschienen ist. Darin wird unter der Überschrift „Macht der Infraschall von Windenergieanlagen krank?“ über verschiedene Fallbeispiele – unter anderem eine große Nerzfarm in der Nachbarschaft eines Windparks – in Dänemark berichtet. In dem Bericht heißt es, die dänische Regierung habe Ende 2013 einen Forschungsauftrag über mögliche Gesundheitsgefahren von Windenergieanlagen initiiert. In der Folge hätten viele Kommunen geplante Windenergieprojekte ausgesetzt, bis das Ergebnis 2017 vorliegen soll. Aus Angst vor Gesundheitsschäden durch Infraschall würden in Dänemark kaum noch Windenergieanlagen gebaut. Ferner würden hierzulande deutsche Behörden das Problem herunterspielen.

Das Landesumweltministerium Baden-Württemberg hat daraufhin die dänische Regierung über die dänische Botschaft in Berlin um Stellungnahme zu der in dem Bericht dargestellten Entwicklung der Windenergie in Dänemark gebeten. In ihrem Antwortschreiben, das die dänische Energieagentur übermittelt hat und das auf den Internetseiten der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg einzusehen ist, widerspricht die dänische Regierung der Darstellung, es gäbe ein faktisches Ausbaumoratorium. Wörtlich heißt es, der Ausbau der Windkraft stagniere nicht. Im Jahr 2014 wurden Onshore-Windenergieanlagen mit einer Kapazität von 106 MW errichtet und Anlagen mit einer Kapazität von insgesamt 29 MW demontiert. Es habe einen Rückgang beim Ausbau im Vergleich zum Jahr 2013 gegeben. Der sei unter anderem durch veränderte Tarifbestimmungen, die seit dem 1. Januar 2014 gelten, begründet.

Ferner existiere kein wissenschaftlich begründeter Beleg dafür, dass Windenergieanlagen negative Auswirkungen für die Gesundheit haben.

Nicht bestätigt wird, dass die dänischen Kommunen ihre Ausbauplanungen ausgesetzt hätten, bis die Ergebnisse der beauftragten Studie über den Zusammenhang zwischen Windradgeräuschen und den Auswirkungen für die Gesundheit vorliegen. „Manche Kommunen warten mit der Planung ab, bis das Ergebnis der Studie vorliegt, aber viele Kommunen planen weiterhin den Ausbau von Windenergie“, heißt es in der Stellungnahme. Ferner existiere kein wissenschaftlich begründeter Beleg dafür, dass Windenergieanlagen negative Auswirkungen für die Gesundheit haben. Das dänische Ministerium für Klima, Energie und Bau habe deswegen bekanntgegeben, dass die Planung von Windenergieanlagen während des Untersuchungszeitraumes fortgesetzt werden kann.

Auch in Deutschland wird das Thema Infraschall und Windenergieanlagen sehr ernst genommen: Ende 2014 hat die hessische Landesregierung ein Experten-Hearing zum aktuellen Stand der Forschung veranstaltet. Erste Zwischenergebnisse finden Sie hier:

Ein Gedanke zu „Infraschall-Bericht: Dänische Regierung nimmt Stellung

  1. Ich wohne in Nordfriesland, direkt an der dänischen Staatsgrenze. Sämtliche Windanlagenprojekte sind in Dänemark storniert worden.

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