Grünstrom aus der Region soll Kennzeichnung erhalten

22. März 2016 | Kira Crome

© Yulia-B/iStock

Strom aus Erneuerbaren Energien soll künftig als regional erzeugter Grünstrom gekennzeichnet und vermarktet werden können. Dafür hat das Bundeswirtschaftsministerium ein entsprechendes Eckpunktepapier vorgelegt. Damit will die Bundesregierung im Zuge der EEG-Novellierung 2016 vor allem die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung erhöhen. Ökostromkunden sollen künftig wissen, aus welchen Erneuerbare Energie-Anlagen ihr Strom konkret stammt.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat Eckpunkte für eine regionale Grünstromkennzeichnung vorgelegt. Damit greife es den Wunsch vieler Marktakteure auf, den Strom aus geförderten Erneuerbaren Energien, den sie an Kunden in der Region liefern, auch als regionalen Grünstrom vermarkten zu können, begründete Staatssekretär Rainer Baake den Schritt. Mit dem Eckpunktepapier will die Bundesregierung eine Lücke schließen, die mit der ersatzlosen Streichung des Grünstromprivilegs im Zuge der letzten EEG-Novellierung 2014 entstanden ist. Seitdem gilt das sogenannte Doppelvermarktungsverbot. Demnach darf der Strom aus EEG-geförderten Anlagen nicht als Grünstrom etikettiert und direkt an Stromkunden in der unmittelbaren Umgebung verkauft werden. Denn der gegenwärtige Finanzierungsystematik folgend, fördert jeder Stromkunde mit der EEG-Umlage, die er zahlt, die Erzeugung einer entsprechenden Strommenge aus erneuerbaren Energien. Zwar weist seine Stromrechnung aus, wie hoch der Anteil des durch ihn geförderten EEG-Stroms an seinem gesamten Strombezug ist. Einen direkten Bezug zur Quelle ermöglicht das jedoch nicht. Nach den aktuell geltenden Vermarktungsregeln wird der Strom aus Erneuerbaren Energien-Anlagen nämlich fast ausschließlich über die Strombörse gehandelt. Obwohl grün erzeugt, verliert er dort seine Ökostromeigenschaft und wird als „Strom allgemeiner Herkunft“ verkauft. Die Folge: Ökostromkunden können nicht klar nachvollziehen, woher ihr Strom genau stammt. Anlagenbetreibern, Energiegenossenschaften und Ökostromanbietern ist das ein Dorn im Auge. Weil das System keine Rückschlüsse über die tatsächliche Herkunft erlaube, könnten Stromkunden keinen Bezug zu einem Produkt herstellen, das vor ihrer Haustür aus regenerativen Energien erzeugt würde, monieren die Marktakteure. Für die Akzeptanz des Erneuerbare Energien-Ausbaus wäre die Möglichkeit einer regionalen Grünstromkennzeichnung ein wichtiger Schritt.

Transparenz über die tatsächliche Herkunft von Grünstrom schaffen
Mit den vorliegenden Eckpunkten soll das künftig möglich werden. „Stromversorger, die die regionale Kennzeichnung nutzen wollen, dürfen ihren Kunden die konkreten Anlagen in ihrer Region benennen, aus denen sie direkt vermarkteten Grünstrom beziehen“, erklärt Baake. „So können Stromkunden einen direkteren Bezug zu den Erneuerbare Energie-Anlagen in ihrer Region herstellen.“ Auf diese Weise würde die Akzeptanz in den Regionen erhöht. Für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien sei dies ein wichtiges Argument. Die Erweiterung der Möglichkeiten zur Stromkennzeichnung solle zudem auch für ausreichenden Wettbewerb in den kommenden Ausschreibungen sorgen.

Leitgedanken für die neue regionale Grünstromkennzeichnung
Dem Grünstrommarktmodell, das verschiedene Branchenvertreter seit längerem vertreten, folgt das vorliegende Eckpunktepapier nicht. Ein neues Vermarktungssystem solle damit nicht geschaffen werden, heißt es im Papier des Bundeswirtschaftsministeriums ausdrücklich. Vielmehr sollen die Möglichkeiten der Stromkennzeichnung erweitert werden. Auf diese Weise werde sichergestellt, dass die EEG-Umlage nicht zusätzlich belastet werde. Das vorgelegte Modell sei somit kostenneutral.

Die Vorschläge für eine neue Grünstromkennzeichnung sollen in die Novellierung des EEG 2016 einfließen. Welche Lösungswege und Geschäftsmodelle verschiedene Marktakteure unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen bereits erfolgreich verfolgen, beschreibt ein aktueller Beitrag zur Regionalstromvermarktung.

Weitere Informationen:
EA. Paper: „Die Regionale Grünstromkennzeichnung –systemische Auswirkungen und Nutzbarkeit“

Ein Gedanke zu „Grünstrom aus der Region soll Kennzeichnung erhalten

  1. Ich finde diesen Beitrag informativ und hilfreich. Solaranlagen und andere erneuerebare Energien werden für uns immer wichtiger. Die gängigen Brennstoffe schaden unserer Umwelt und gehen langsam aber sicher zur Neige. Wir müssen Verantwortung dafür tragen.

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