Forschungsüberblick: Welche gesundheitlichen Folgen hat die Windenergienutzung?

26. Januar 2017 | Kira Crome

© Umwelt Bundesamt

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Das Umweltbundesamt hat in einem Positionspapier den aktuellen Stand der Forschung zu Gesundheitseffekten von Windenergieanlagen zusammengefasst. Das Papier bietet auf acht Seiten einen Überblick über die derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Schall, Schattenwurf und Eisabwurf, Lichtemissionen und Lärm.

Immer mehr Strom wird aus Erneuerbaren Energien gewonnen. Windenergieanlagen sind zur Schlüsseltechnologie für die Energiewende und den Klimaschutz geworden. Der Zubau weiterer Anlagen im Land stößt vielerorts auf Widerstand. Häufig führen besorgte Bürger und Anwohner gesundheitliche Argumente an, wenn sie sich gegen ein konkretes Vorhaben in ihrem Umfeld aussprechen. Wissenschaft und Forschung gehen vermehrt der Frage nach, wie sich Windenergieanlagen auf die Gesundheit auswirken und in welcher Weise einzelne Faktoren betroffene Menschen beeinträchtigen. Das Umweltbundesamt hat in einem Positionspapier den aktuellen Forschungsstand zu den gesundheitlichen Folgen der Windenergienutzung zusammengetragen. Thematisiert werden hörbare Geräuschemissionen, tieffrequenter Schall einschließlich Infraschall, Schattenwurf, Lichtemissionen durch die Hinderniskennzeichnung und Eiswurf. Ein weiteres Forschungsfeld ist die Frage, warum sich Windenergieanlagen auf das persönliche Empfinden in unterschiedlichem Maße auswirken.

Diese Fragestellung erweist sich als überaus komplex. Ob sich jemand durch Windenergieanlagen beeinträchtigt fühlt, wird zum einen durch objektiv messbare Faktoren wie beispielsweise Schallpegel erklärt. Daneben spielen aber subjektive Einflussfaktoren wie zum Beispiel die persönliche Einstellung gegenüber der Technologie, die individuelle Befindlichkeit oder die Wahrnehmungsschwelle für Geräusche eine Rolle. Für das bessere Verständnis des Zusammenspiels dieser verschiedenen Belastungsfaktoren besteht nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft national wie international vor allem in der Langzeitforschung weiterhin viel Untersuchungsbedarf.

Umweltbundesamt (2016): Mögliche gesundheitliche Effekte von Windenergieanlagen.

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