Faktencheck „Windenergie und Immobilienpreise“ durchgeführt

30. November 2016 | Maik Schatto

Faktencheck Windenergie und Immobilienpreise

Faktencheck Windenergie und Immobilienpreise

Am 22. November fand in Bielefeld ein Faktencheck zum Thema „Windenergie und Immobilienpreise“ statt. Ziel der Veranstaltung des EnergieDialog.NRW war die Darstellung der möglichen wertbeeinflussenden Auswirkungen von Windenergieanlagen auf umliegende Grundstücke und Immobilien. Mit Hilfe von vier Experten aus Wissenschaft und Praxis sowie etwa 50 Gästen wurde das Thema im Laufe des Tages aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und diskutiert.

Aus wissenschaftlicher Sicht referierte zunächst Prof. Dr. Günter Vornholz vom Lehrstuhl für Immobilienökonomie an der EBZ Business School in Bochum. Herr Vornholz betonte die methodischen Herausforderungen bei der Untersuchung des Zusammenhangs von Windenergieanlagen und Immobilienwerten. Belastbare statistische Zahlen und verallgemeinerbare Aussagen seien daher grundsätzlich schwierig.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung stellten Dipl.-Ing. Herbert Troff, Leitender Vermessungsdirektor a. D. des Landesamts für Geoinformation, Landesentwicklung und Liegenschaften in Niedersachsen und Mitglied im oberen Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Niedersachsen, und Dipl.-Ing. Franz Hüsken, Leiter der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses im Kreis Steinfurt, konkrete empirische Befunde dar. Herr Troff präsentierte die Ergebnisse einer Analyse im Landkreis Aurich. Dort wurden 2015 die Kaufpreise von Einfamilienhausgrundstücken im Umfeld von Windenergieanlagen untersucht. Ein direkter Einfluss von Windenergieanlagen auf Immobilienwerte sei empirisch nicht nachweisbar gewesen.

Herr Hüsken stellte im Anschluss die Ergebnisse einer ähnlichen Auswertung vor. Allerdings lag der Fokus der Untersuchung eher auf der Überprüfung der These des drohenden Totalverlustes. Eine Wertminderung von unbebauten Grundstücken durch Windenergieanlagen, die über eine Abweichung von ± 30 Prozent um den Bodenrichtwert hinausgeht, sei in Steinfurt nicht nachweisbar gewesen.

Rechtsanwalt Wolfgang Baumann aus Würzburg legte in seinem Vortrag den Schwerpunkt auf die Schutzrechte von Anwohnerinnen und Anwohnern. Er wies darauf hin, dass in Deutschland grundsätzlich kein Anspruch auf Wertausgleich oder Entschädigung Betroffener bestehe, wie es beispielsweise in Dänemark der Fall sei.
Die anschließende Podiumsdiskussion mit Beteiligung des Publikums bekräftigte viele Aussagen der Referenten, ließ aber auch Raum für Kritik an den Vorgehensweisen verschiedener Erhebungen und den dargestellten Ergebnissen.

Auf Grundlage der Vorträge und der Diskussion wird der EnergieDialog.NRW in den kommenden Wochen ein Faktenpapier entwerfen und abstimmen, das die wichtigsten Erkenntnisse der Veranstaltung und damit den aktuellen Wissenstand zu dem Thema zusammenfassend darstellt. Wir halten Sie über den Fortgang des Prozesses weiter auf dem Laufenden.

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