Energiewende: Erster Fortschrittsbericht liegt vor

10. Februar 2015 | Sascha Schulz

© Uwe Schlick/PIXELIO

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Die Energiewende ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und bedarf deshalb einer fortlaufenden und systematischen Beobachtung. Mit dem nun vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vorgelegten Fortschrittsbericht wird der aktuelle Stand der Energiewende in Deutschland analysiert und beschrieben. Wichtige Etappenziel sind hierbei bereits erreicht: Die erneuerbaren Energien sind erstmals der bedeutendste Stromerzeuger in Deutschland.

Mit dem Fortschrittsbericht „Energie der Zukunft“ wird regelmäßig über den aktuellen Umsetzungsstand der Energiewende in Deutschland faktenbasiert berichtet und dargestellt, inwieweit die im Energiekonzept der Bundesregierung genannten Zielsetzungen erreicht werden. Dabei gibt der Bericht einen prägnanten Überblick über bereits beschlossene Maßnahmen (z.B. EEG 2014) , nimmt eine erste Einschätzung ihrer Wirkungen vor und identifiziert Bereiche, in denen Nachsteuerungsbedarf erforderlich ist. Hierbei werden die für die Energiewende relevanten Themenbereiche wie die Fortschritte in der Energieeffizienz, der Stand der energetischen Gebäudesanierung sowie der Ausbau der erneuerbaren Energien ebenso betrachtet wie Versorgungssicherheit, Netzausbau und Energiekosten. Diese integrierende und umfassende Betrachtungsweise stützt sich auf eine mehrjährige Datenbasis und wird jährlich unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie unter Mitwirkung einer unabhängigen Experten-Kommission erstellt. Abgerundet wird der Bericht durch einenAusblick auf die Herausforderungen der kommenden Jahre.

Erneuerbare Energien: Kosten, Umweltverträglichkeit und Akzeptanz
Die erneuerbaren Energien sind erstmals bedeutendster Stromerzeuger in Deutschland. Zwischen Januar und August 2014 wurden durch Wind-, Wasser-, Biomasse- und Photovoltaikanlagen rund 109 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. Im Vorjahr (2013) lag die Jahresstromerzeugung aus erneuerbaren Energien bei ca. 150 Milliarden Kilowattstunden. Bundesweit trugen die rund 24.000 Windenergieanlagen mit einem Drittel (51,7 TWh) zu diesem Ergebnis bei. Danach folgten Biomasse- (47 TWh), Photovoltaik- (31 TWh) und Wasserkraftanlagen (21 TWh).

„Mit der Energiewende ist Deutschland auf dem Weg, als erste große Industrienation die Wende zu einem hocheffizienten, erneuerbaren Energiesystem zu vollziehen“, so die Autoren des Berichts.

Als wichtige Maßnahme im Bereich der Steigerung der erneuerbaren Stromerzeugung wird die grundlegende Reform des Erneuerbaren Energien Gesetzes vom August 2014 genannt. Durch die Einführung von neuen, technologiebezogenen Ausbaupfaden soll der Ausbau der erneuerbaren Energien insgesamt planbarer werden und stärker mit dem Ausbau der Stromnetze harmonisiert werden. Darüber hinaus sollen Wind- und Solaranlagen als kostengünstige Technologien in Zukunft den Hauptteil des Ausbaus leisten. Ferner ist bis spätestens 2017 geplant, die Vergütungshöhen für neue Anlagen durch Ausschreibungsverfahren zu ermitteln, um die Kosten weiter zu senken.

In dem Bericht werden jedoch nicht nur die technischen Herausforderungen der Energiewende aufgegriffen, sondern ebenfalls Fragen der Umweltverträglichkeit sowie der Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung. Um mögliche nachteilige Effekte auf Natur und Landschaft zu minimieren ist eine sachgerechte und angepasste Standortwahl erforderlich. Ab 2016 soll deshalb das Kompetenzzentrum „Naturschutz und Energiewende“ seine Arbeit aufnehmen, um naturschutzfachliche Aspekte der Energiewende aufzuarbeiten und um die Energiewende insgesamt naturverträglicher zu gestalten.
Aktuelle Umfragen zeigen fernerhin, dass grundsätzlich eine hohe Zustimmung zur Energiewende in der Bevölkerung besteht. Allerdings stoßen einzelne Vorhaben vor Ort auf Kritik, da diese mittelbare Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben. Dies macht eine frühzeitige Information und Einbindung der Betroffenen bei der Planung von konkreten Projekten notwendig. Neben dieser konkreten und frühzeitigen Information bezogen auf ein bestimmtes Projekt, stellt der vorliegende Bericht ein Informationsangebot zum Verständnis der übergreifenden Zusammenhänge der Energiewende in Deutschland dar.

Den Fortschrittsbericht finden Sie hier.

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