Die Sonne macht’s: PV-Anlagen sind wirtschaftlicher als gedacht

23. September 2014 | Kira Crome

Photovoltaikanlagen wirtschaftlicher als gedacht

Die Sonne strahlt immer intensiver: PV-Anlagen sind deshalb wirtschaftlicher als gedacht. Sie übertreffen die Prognosen um 5 Prozent. © Fraunhofer ISE

Photovoltaikanlagen liefern regelmäßig mehr Strom als erwartet: Das belegt eine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme. Die Wissenschaftler führen die Mehrerträge auf die stärkere Sonneneinstrahlung zurück. Die Intensität der Sonne liegt demnach in Deutschland deutlich über den Mittelwerten der vergangenen 30 Jahre. Was sich für Solarstromerzeuger in barer Münze auszahlt, schlägt sich auch auf die Berechnung von Ertragsprognosen nieder: PV-Anlagen sind damit wirtschaftlicher als bislang angenommen.

Mehr als 37 Gigawatt Solarenergie-Leistung sind in Deutschland mittlerweile installiert. Wie viel Strom eine Photovoltaikanlage tatsächlich liefert, hängt nicht nur von der Dauer des Sonnenscheins ab, sondern auch von seiner Intensität. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme haben jetzt die Datenbasis für die Berechnung der Sonneneinstrahlung analysiert, die für die Ertragsprognosen von Photovoltaikanlagen zur Investitionsabschätzung herangezogen werden. Sie haben geprüft, wie hoch die Abweichungen zwischen den verwendeten Mittelwerten und den gegenwärtig gemessenen Daten ausfallen. Das Ergebnis: Die Sonne strahlt zunehmend intensiver und liegt deutlich über dem Mittel der letzten drei Jahrzehnte. Photovoltaikanlagen produzieren deshalb regelmäßig fünf Prozent mehr Strom als die Ertragsprognosen bislang erwarten ließen.

Bislang gingen Experten davon aus, dass sich langjährige Mittelwerte, die sich aus den Wetterdaten der Vergangenheit ergeben, nicht signifikant von der möglichen Einstrahlung in der Zukunft unterscheiden. Tatsächlich aber hat sich die Intensität der Sonneneinstrahlung seit Mitte der 1980er Jahre kontinuierlich verstärkt, wie die aktuelle Auswertung der Strahlungsmessdaten des Deutschen Wetterdienstes aus den Jahren von 1951 bis 2010 ergeben hat. Als Ursache für den sogenannten Brightening-Effekt vermuten die Forscher unter anderem abnehmende Luftverschmutzung und Aerosolgehalte in der Atmosphäre.

Analyse der Sonneneinstrahlungsdaten von 1951-2010

Analyse der Sonneneinstrahlungsdaten von 1951-2010 in Deutschland (Mittelwert: schwarze Linie, linearer Trend des Brightening-Effekts: blaue Linie). Der 30-jährige Mittelwert unterschätzt das aktuelle Strahlungsniveau. Der 10-jährige Mittelwert liegt nur leicht unter dem aktuellen Strahlungsniveau. © Fraunhofer ISE

Für die Betreiber von Photovoltaikanlagen ist das eine gute Nachricht. Denn ein Abgleich der realen Einstrahlungsdaten mit bislang erstellten Ertragsgutachten ergab „eine systematische Unterschätzung der tatsächlichen Erträge von PV-Anlagen in Deutschland um etwa fünf Prozent“, teilte Björn Müller, Projektleiter am Fraunhofer ISE, mit. Das bedeute auch, dass Photovoltaikanlagen damit wirtschaftlicher seien als bislang angenommen wurde.

Um derlei Unterschätzungen bei der Investitionsabschätzung für Photovoltaikanlagen künftig zu vermeiden und neue Projekte realistischer zu bewerten, müssten sich Ertragsprognosen einer anderen Datenbasis bedienen als der von Wetterstationen aufgezeichneten Daten. Wesentlich präziser seien Satellitendaten der letzten zehn Jahre, empfehlen die Forscher.

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