Bürgerwindpark, RothaarWind GmbH & Co. KG, Hilchenbach

Windradfluegel

Windradflügel

Der Bürgerwindpark Hilchenbach der RothaarWind GmbH & Co. KG ist ein Hingucker. Fünf rund 140 Meter hohe Türme ragen aus dem Wald heraus. Ein Blickfang, den es lohnt sich genauer anzusehen. Denn: Die Anlagen sind kein technisches 08/15 – und als Bürgerenergieanlagen auch noch auf besondere Weise finanziert.

Die Idee zu einem Windpark in Hilchenbach ging von einer Waldbesitzergenossenschaft aus, die ihre Grundstücke verpachten wollte – aus Interesse an Pachterlösen. Die Gestaltung als Bürgerwindpark war wiederum die Idee von Günter Pulte. Als Kommanditisten sind inzwischen 87 Privatpersonen sowie die Stadt Hilchenbach beteiligt. Gezeichnet werden konnten Anteile ab 3.000 Euro.

Fluegelhalterung wird entfernt

Flügelhalterung wird
entfernt

Die Planungsphase für den Bürgerwindpark Hilchenbach zog sich über sechs Jahre – u.a. wegen der Lage in einem Waldschutzgebiet und der Nähe zum Rothaarsteig. „Ohne die Unterstützung durch die Kommune hätte es sicherlich sogar noch länger gedauert“, so Günter Pulte, Geschäftsführer der Rothaarwind GmbH, die den Bürgerwindpark betreibt. In der Planungsphase hätte es viele Gelegenheiten gegeben, das Projekt juristisch zu stoppen oder zu verzögern. In der Anfangsphase gab es sogar eine Bürgerinitiative mit 21 Beteiligten, die sich gegen das Projekt wehrte, sich schließlich aber der Mehrheitsmeinung beugte. Dank der Unterstützung durch die Kommune wurden diese nicht genutzt.

Seit 2008 verrichten nun fünf Windkraftanlagen mit einer Leistung von jeweils 2 MW im Bürgerwindpark Hilchenbach ihren Dienst – in der Summe rd. 10 MW. Deutschlandweit erstmalig hat Hersteller Enercon in Hilchenbach Türme mit einer Narbenhöhe von 138 Metern umgesetzt, sie liefern jährlich jeweils rund 4,5 Millionen Kilowattstunden Strom, das entspricht dem Jahresverbrauch von mehr als 1000 vierköpfigen Familien – pro Anlage.

Auslegerteile werden verladen

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Wichtigstes Merkmal der Enercon-Anlagen ist das getriebelose Konzept. Dabei wird die Rotation des Rotors direkt, das heißt ohne Getriebe an den Generator weitergegeben. Aus diesem Grund haben die Enercon-Anlagen die sehr großen und schweren Ringgeneratoren direkt hinter dem Rotor. Die hierdurch bedingte Massenträgheit der rotierenden Komponenten der Windkraftanlage bedeutet bei den im Binnenland typischen böigen Winden einen Vorteil.

Weitere Besonderheit: die neue Flügelgeometrie. Die Flügelwurzel ist extrem breit, und sie schmiegt sich eng an die Verkleidung der Maschinengondel. Dieser vom Hersteller als „4-Blatt“ bezeichnete Flügel hat einen wesentlich höheren Wirkungsgrad als andere Modelle, ist gleichzeitig jedoch leiser und induziert weniger Lasten in den Turm.

Das Interesse an der Windkraftanlage ist in der Region weiterhin groß: In den vergangenen drei Jahren gab es 122 Besuchergruppen – von Waldarbeitern, Kindergruppen bis zu Kommunalpolitikern.

Technische Daten:

– Inbetriebnahme: 2008
– 5 Windkraftanlagen mit einer Leistung von jeweils 2 MW (Gesamtleistung: 10 MW).
– Deutschlandweit erstmalig hat Hersteller Enercon Türme mit einer Narbenhöhe von 138 Metern umgesetzt.
– Ertrag: jährlich bis zu 23,5 Millionen Kilowattstunden Strom, das entspricht dem Jahresverbrauch von mehr als 5000 vierköpfigen Familien.
– > 21.000 t/a weniger CO2-Ausstoß als bei der gleichen Menge Strom aus einem Steinkohlekraftwerk (ohne KWK).
– Kommanditisten sind 87 Privatpersonen + Stadt Hilchenbach
– Eigenkapitalanteil: 2,8 Mio. Euro

Weitere Infos und Kontakt: www.rothaarwind.de

Günter Pulte
In der Trift 41
57399 Kirchhundem
g.pulte@rothaarwind.de

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