Bioenergiedaten für Biomassepotenziale online abrufbar

10. Februar 2017 | Kira Crome

© DBFZ, Screenshot zu NRW

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Das Deutsche Biomasseforschungszentrum hat einen interaktiven Bioenergie-Atlas veröffentlicht. In der Online-Datenbank wurden verschiedenste Daten zur bundesweiten Bioenergienutzung zusammengeführt, die im Rahmen einer Meta-Studie gesammelt, vereinheitlicht und vergleichbar gemacht worden sind. Sie soll Forschern, Investoren und interessierten Laien die Recherche erleichtern und Potenziale für einzelne Biomassenutzungspfade schnell und einfach aufzeigen.

Bioenergie hat – anders als Sonne und Wind – vielseitige Bereitstellungsformen. Sie reichen von verschiedenen Energiepflanzen und Holz bis zu biogenen Nebenprodukten, Abfall- und Reststoffen. Mithilfe unterschiedlichster Technologien werden aus Biomasse sowohl Strom als auch Wärme sowie Kraftstoffe erzeugt. In Deutschland war die Bioenergie mit einer Endenergiebereitstellung von 219 Terawattstunden (TWh) im Jahr 2015 und einem Anteil von 58 Prozent an der gesamten Energiebereitstellung aus Erneuerbaren Energien die mit Abstand wichtigste regenerative Energiequelle. Dabei entfielen 30 TWh auf den Verkehrssektor, 50 TWh auf den Strom- sowie 139 TWh auf den Wärmebereich. Als flexibel einsetzbare und leicht zu speichernde Energiequelle ist die Bioenergie zum Ausgleich der wetterabhängigen Wind- und Solarenergienutzung und als Brückentechnologie zwischen den Sektoren eine wichtige Säule der Energiewende.

Einheitliche Datenbasis geschaffen
Die Bioenergienutzung birgt erhebliche Potenziale. Sie genau zu bestimmen, ist aufgrund der Vielfältigkeit der Biomasseformen nicht ganz einfach. Anders als regenerative Energiequellen wie Sonne und Wind, die praktisch unbegrenzt zur Verfügung stehen, basiert Biomasse auf nachwachsenden Rohstoffen, die vor ihrer Verwertung angebaut, geerntet oder eingesammelt werden müssen. Die räumliche und zeitliche Abschätzung der Ertragsmöglichkeiten der Bioenergie in den verschiedenen Nutzungspfaden hängt daher von zahlreichen Variablen ab. Um Biomassepotenziale zu berechnen, mussten Prognosen bislang mit weitestgehend heterogenem Datenmaterial arbeiten. Wissenschaftler des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ) haben jetzt eine einheitliche Datenbasis geschaffen und als interaktive Online-Datenbank öffentlich nutzbar gemacht. Dafür wurden im Rahmen einer Meta-Studie verschiedenste Daten und Angaben zur Bioenergienutzung gesammelt, vereinheitlicht, vergleichbar gemacht und in die Online-Datenbank überführt.

Mit diesem internetbasierten Bioenergie-Atlas ist es nach Angaben der Forschungseinrichtung erstmals möglich,  die regionalen, länderspezifischen und bundesweiten Potenziale verschiedener Biomassen individuell zusammenzustellen. Über die Datenbank können Informationen zu technischen Biomassepotenzialen sowie zur installierten Leistung von Bioenergieanlagen – aufgeschlüsselt nach Bereitstellungsformen und Regionen – abgerufen werden. Zudem bieten interaktive Karten eine Darstellung der Nutzungsmöglichkeiten von bislang 15 verschiedenen Biomasseformen auf verschiedenen Ebenen bis hin zu einzelnen Landkreisen. Ergänzend stehen Abbildungen, Datenblätter, Verweise auf Publikationen und Länderprofile zur Verfügung. Das Informationsangebot soll kontinuierlich ausgebaut werden.

Bioenergie in NRW auf einen Blick
Einen schnellen Überblick über die Bestandsdaten zur Bioenergie in Nordrhein-Westfalen liefert der Energieatlas Nordrhein-Westfalen. Hier können Angaben zum Stand der Erneuerbaren Energien abgerufen werden. Welche vielfältigen, innovativen Lösungen in Sachen Bioenergie in Nordrhein-Westfalen bereits umgesetzt wurden, zeigt die Online-Datenbank Bioenergieatlas.NRW der EnergieAgentur.NRW. Über die Anwendung lassen sich gezielt Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden recherchieren, die auf diesem Feld aktiv sind. Auf einer interaktiven Karte werden alle nordrhein-westfälischen Bioenergieprojekte angezeigt. Sie können nach eigenen Kriterien gefiltert, in Form von Listen exportiert oder als Referenzdatenblatt ausgedruckt werden. Zu finden sind auch Firmenkontakte – von Technologieanbietern, über Ingenieurbüros und Rohstofflieferanten bis zu Forschungseinrichtungen. Im Netzwerk Biomasse der EnergieAgentur.NRW werden Akteure und Kompetenzen entlang der Wertschöpfungskette in Nordrhein-Westfalen zusammengebracht und rund um die Umsetzung neuer Bioenergieprojekte unterstützt.

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