Aus der Praxis: Lokale Infomesse Windenergie – Senden fördert die Bürgerbeteiligung

28. Juni 2018 | EnergieAgentur.NRW

© EnergieAgentur.NRW

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Damit in Zukunft auch in der Gemeinde Senden Anlagen zur Nutzung von Windenergie zur Stromerzeugung geplant, beantragt und gebaut werden können, ist eine Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich. Aus diesem Anlass fand Ende Februar 2018 auf Einladung der Gemeinde die Informationsveranstaltung ‚Windenergie in Senden‘ im Bürgersaal der Gemeinde statt. Für die Bürgerinnen und Bürger standen Ansprechpersonen aus Politik und Verwaltung der planenden Gemeinde, des Planungsbüros, des Umweltgutachters sowie der EnergieAgentur.NRW zum Gespräch bereit.

Mit den rund 140 Besuchern der Infomesse konnten viele interessierte Bürgerinnen und Bürger von Senden erreicht werden. Nach einer Einführung durch Bürgermeister Sebastian Täger und den Fachplaner Jens-Peter Huesmann bestand für die Teilnehmenden die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch mit den Expertinnen und Experten an den thematisch differenzierten Messeständen. An den Infoständen konnten sich die Besucher entsprechend ihrem persönlichen Vorwissen individuell informieren. Die Experten deckten eine Vielzahl an Themenbereichen rund um die Windenergie fachkompetent ab, wie zum Beispiel: Flächenkulisse und geplante Konzentrationszonen, Natur- und Artenschutz, Landschaftsbild, Bürgerbeteiligung, Bau- und Planungsrecht, Abstandsflächen, Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), Kosten, Finanzierung, Schatten, Schall, Befeuerung, Eisabwurf, aber auch Wertschöpfung oder Arbeitsplätze. Zudem wurde zur aktuellen Landespolitik und zur neuesten Rechtsprechung informiert.

Abgerundet wurde das Angebot der Veranstaltung dadurch, dass auch Bürgerinitiativen und aktive Natur- und Artenschutzverbänden dabei waren und ihnen Raum gegeben wurde, ihre Interessen vorzutragen. So konnte die Infomesse als eine offene Veranstaltung überzeugen, auf der die unterschiedlichsten Stimmen zu hören waren. Das kam bei den Besuchern besonders gut an.

Der EnergieDialog.NRW der EnergieAgentur.NRW empfiehlt immer wieder, einen Planungsprozess zur Windkraft mit solchen offenen Veranstaltungen zu begleiten. Auch in Senden hat das Team des EnergieDialog.NRW die Organisatoren vorab unterstützt und Tipps gegeben, wie eine Infomesse am besten auszurichten sei. Außerdem stehen Expertinnen und Experten der EnergieAgentur.NRW auf der Veranstaltung auch selbst mit einem Messestand und allgemeinen Informationen zu Planung und Betrieb von Windenergieanlagen und Beteiligungsmöglichkeiten zur Verfügung.

In Senden geht es aktuell um die Änderung des Flächennutzungsplans. Dieser stellt für das gesamte Gemeindegebiet die Art der Bodennutzung (Wohnen, Gewerbe, Wald, Landwirtschaft etc.) dar. Während des Verfahrens zu Änderung des Flächennutzungsplanes müssen von der planenden Gemeinde die im Baugesetzbuch (BauGB) vorgeschriebenen Verfahrensschritte durchgeführt werden. Dazu gehört die formelle Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung.

Die lokale Infomesse Windenergie ist ein informelles Beteiligungsformat, das die formelle Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung im Rahmen des Verfahrens ergänzt und erweitert. Erklärtes Ziel kann neben einer ausführlichen Informationsvermittlung über die beabsichtigte Windenergieplanung auch die Partizipation und Mitgestaltung sein. Bürgerinnen und Bürger dürfen und sollen sich an der Planung von Windenergieanlagen in ihrer Heimat beteiligen und ihre Interessen, Vorstellungen und Wünsche aktiv in den Planungsprozess einbringen. Die Infomesse kann die interessierten Bürgerinnen und Bürger dazu motivieren und zum Dialog zusammenbringen. Mit der gut besuchten Veranstaltung in Senden ist der Gemeinde ein gutes Beispiel für eine solche Veranstaltung gelungen.

Weitere Informationen: 

Bei Rückfragen oder Interesse an einer Lokalen Infomesse Windenergie wenden Sie sich bitte an unsere Kollegin Verena Busse.